Reibung ist nicht immer schlecht

KI erspart viel Aufwand und manuelle Arbeit. Sie fasst Artikel, Dokumente und Bücher zusammen. Sie macht während eines Meetings Notizen. Mit ihr lassen sich ganze Arbeitsabläufe mühelos automatisieren.

Es ist ein tolles Gefühl, Reibungsverluste und manuelle Arbeit zu vermeiden. Das spart Zeit und gibt uns den Kopf frei für andere Dinge (die sich in der Regel viel schwerer automatisieren lassen). Wenn eine KI während eines Meetings Notizen macht, sodass man sich voll und ganz auf die Besprechung konzentrieren kann, ist das eine enorme Verbesserung.

Aber manchmal ist es nicht sinnvoll, Reibungspunkte zu beseitigen.

Reibung hilft uns dabei, das, was wir tun, zu verarbeiten. Sie zwingt uns dazu, zumindest einen Teil unserer Aufmerksamkeit auf eine Aufgabe zu richten und Dinge bewusst zu tun.

Um noch einmal auf das Beispiel zurückzukommen, dass KI Notizen macht: Das ist während eines Meetings eine tolle Sache (denn schließlich will man ja im Meeting präsent sein), aber beim Lesen eines Buches kann es eher nachteilig sein. Wenn man ein Buch liest und sich manuell Notizen macht, ist man gezwungen, zu entscheiden, was man aufschreiben will und wie man es aufschreiben will. Man macht diese Notizen bewusst. Außerdem merkt man sich die Inhalte eher, wenn man sie selbst aufschreibt. Das ist sinnvolle Reibung.